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Arbeit

 

Guter Gott, Du hast uns die Erde anvertraut,
damit wir sie hüten und bebauen -
wie einen fruchtbringenden Garten.
 
Wir sollen in Barmherzigkeit und Wohlwollen
miteinander leben, geschwisterlich und solidarisch,
vor allem mit den Armen und Schwachen.
 
Vielen Menschen fehlt das Nötigste zu Leben, zu viele
müssen unter unwürdigen Bedingungen arbeiten.
 
Hilf uns, die Ursachen zu erkennen, lass uns Ideen
finden für konkrete Verbesserungen.
 
Gib unseren Herzen Mitgefühl
und unseren Händen Kraft
wenn wir für menschenwürdige Arbeit kämpfen
 
Amen

 

„Jeder Mensch hat das Recht auf ein gutes Leben, aber nicht auf ein noch luxuriöseres, wenn es noch so viele Arme gibt“, sagte der bekannte Amstettner Arbeiterpriester und „Rote Kaplan“ Franz Sieder bei der Sommerakademie der Katholischen Arbeitnehmer/innen-Bewegung (KAB) in Gaming. Die dreitägige Tagung (Montag-Mittwoch) vernetzte Gewerkschafter und kirchliche Arbeitnehmer aus Wien, Burgenland und Niederösterreich und thematisierte heuer besonders folgende Fragen: Vermögenssteuern, Industrie 4.0 und ihre Auswirkungen auf die Arbeitswelt sowie den Klimawandel und wie sich dadurch die Jobs entwickeln.
 
Die KAB- und Gewerkschafts-Vertreter/innen kritisierten insbesondere die niedrigen Vermögenssteuern. Hier sei Österreich mit 0,55 Prozent zum BIP das Schlusslicht in der Europäischen Union, so Referent Gerald Fröhlich von der Arbeiterkammer. Er sehe die Gefahr, dass die europäischen Länder die Körperschaftssteuern kürzen und dadurch auch die Sozialleistungen. 1 Prozent der Bevölkerung würde 37 Prozent des Vermögens besitzen, die unteren 50 Prozent dagegen nur 2,2 Prozent. Die KAB und Gewerkschaften waren sich einig, dass diese Schieflage viel stärker in die öffentliche Diskussion müsse. Diese Umverteilung müsse über Vermögenssteuern geschehen, als weiterer Schritt müsste es auch zu einer gerechteren Wohlstandsverteilung zwischen armen und reichen Staaten kommen. Die ungleiche Verteilung des Vermögens sei viel stärker in der Öffentlichkeit zu thematisieren: medial, bei den Stammtischen oder bei Hausbesuchen, waren sich die Gewerkschafts- und KAB-Vertreter/innen einig.

 

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Diskussion anlässlich des "Tages der Arbeitslosen" in Amstetten

Anlässlich des „Tages der Arbeit“ gab es in Amstetten ein hochkarätiges Podiumsgespräch zwischen Wirtschafts-, Politik-, Caritas- und Kirchenvertretern sowie Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen zum Thema „Gute Arbeit für alle“. Dabei wurden auch Geschichten aus der Praxis beeinträchtigter Menschen erzählt.
 
Josef Riegler, Diözesanvorsitzender der Katholischen Arbeitnehmer/innen-Bewegung (KAB), fordert Sensibilisierung für das Thema und allgemein „gute Arbeit für alle“. In diesem Sinne solle sich die Gesellschaft ändern. Wie es in der Arbeitswelt weitergehe, sei schwierig vorherzusehen. Wirtschaft solle menschengerechter werden, wir könnten uns als reiche Gesellschaft leisten, Menschen mit Behinderung entsprechende Arbeit zu geben. Für Gott seien Menschen mit Behinderung keine Menschen zweiter Klasse, alle hätten aus kirchlicher Sicht die gleiche Würde. Der Wert des Menschen liege nicht in seiner Leistung, sondern schlicht in seinem Sein, bzw. in der Fähigkeit zu lieben. Dies brächte auch Papst Franziskus stark zum Ausdruck.

 

Ein europaweit einzigartiges Beschäftigungsprojekt wurde jetzt von der Betriebsseelsorge Oberes Waldviertel in Kooperation mit dem Arbeitsmarktservice (AMS) gestartet. Der Leiter der Betriebsseelsorge und Papst Leo-Preisträger Karl Immervoll erklärt: „Wir haben in unserer Region viele Arbeitslose und Langzeitarbeitslose. Wir wollen ihnen helfen, dass sie aus ihrer Berufung einen Beruf machen. Ganz ohne Druck.“

 Dieses von der Betriebsseelsorge initiierte Projekt bietet einen völlig neuen Ansatz und schaut auf gesellschaftliche Notwendigkeiten. Die Dauer ist auf 18 Monate angelegt, in der so manche neue Arbeitsplätze und Projekte entstehen können. Der Ansatz lautet: Welche Talente hat man und was will man damit machen?

40 Personen nehmen am Projekt teil: Analphabeten und Akademiker, Frauen und Männer, Personen aus dem Jahrgang 1954 bis 1993. In den 18 Monaten bekommen die Teilnehmer/innen ein Grundeinkommen sowie Wertschätzung und arbeiten je nach ihren Fähigkeiten und Begabungen. Einige wollen sich im Asylbereich engagieren, andere führen soziale Tätigkeiten aus, manche wollen im Obstanbau tätig sein oder gründen einen kleinen Verkaufsladen. Die Betriebsseelsorge hat bereits Erfahrungen mit dem sinnvollen Einsatz von Menschen puncto Arbeit, jetzt wird es eben auf 18 Monate ausgedehnt.

 

Im Kettelerhaus der KAB in Köln trafen sich vom 28. bis 30. März die verantwortlichen Frauen des Frauennetzwerkes der deutschsprachigen Katholischen Arbeitnehmer-Bewegungen, das in diesem Jahr sein 25jähriges Bestehen feiert, um die neunte  europäische Sommerakademie vorzubereiten.

Die Frauen des deutschsprachigen Frauennetzwerkes der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegungen in Köln.
 

Bei der Diözesankonferenz in Gars wurde die Leitung der Katholischen Arbeitnehmer/innen-Bewegung (KAB) in ihrer Funktion für die kommenden vier Jahre wiedergewählt. Damit sind Josef Riegler als Diözesanvorsitzender sowie Ulrike Immervoll und Christine Weninger als Vorsitzende-Stellvertreterinnen bestätigt.  

Sie werden von den hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Gabriele Fahrafellner, Margarete Bliem und Erwin Burghofer unterstützt. Neu in das Team kooptiert wurde Christian Haslauer aus Amstetten. Als geistlicher Assistent wurde Pater Franz Kniewasser SDB von Bischof Klaus Küng bestellt. 

In einem umfassenden Rückblick legte die Diözesanleitung ihre Aktivitäten und Aktionen in den vier vergangenen Jahren dar, weiters wurden noch offen gebliebene Vorhaben zur Sprache gebracht. Dies betrifft das Anliegen gerechter Verteilung von Einkommen und Vermögen ebenso wie Aktionen zum Tag der Arbeitslosen, das Engagement für Flüchtlinge und den freien Sonntag bis hin zu Studientagen und Ferienangeboten. Bei all diesen Aktionen, so die alte und neue Leitung, sei das zentrale Anliegen: "Der Mensch steht im Mittelpunkt". Dies werde auch für die kommenden vier Jahre die grundlegende und zentrale Richtschnur bleiben. Erster Gratulant war Armin Haiderer, Präsident der Katholischen Aktion der Diözese St. Pölten, der die Arbeit der KAB würdigte.

alte und neue KAB-Leitung
 

Der Referent Dr. Ronald Tremmel von der AK Leoben erklärte den 21 Frauen aus vier Diözesen (NÖ, OÖ, Stmk, Ktn.) anhand seiner Unterlagen die aktuelle Situation der Frauenpensionen in Österreich.

Für die Teilnehmerinnen war das Antrittsalter sehr interessant. Ab dem Geburtsdatum 2.12.1963 steigt das Antrittsalter alle 6 Monate um ein halbes Jahr. Jene Frauen, die bis zum 2.6. 1968 geboren sind, gehen dann im Jahr 2033 mit 65 Jahren in Pension.

Außerdem war die Erkenntnis, dass bei Zeiten der Kindererziehung, bis zum vollendeten 4. Lebensjahr des Kindes max. 60 Monate, also 5 Jahre angerechnet werden, egal wie viele Kinder man bekommen hat.
Dr. Tremmel erklärte uns auch den Unterschied zwischen Beitrags- und Ersatzmonaten, sowie die Kriterien einer Berufsunfähigkeitspension (BUP) und der Invalidenpension (IP).  Alterspension, Korridorpension, Altersteilzeitmodelle und das damit verbundene Gehalt wurden genau erklärt.

 
 

Mostviertler Gespräche am 2. Februar 2017

Dr. in Michaela Moser sprach es klar und deutlich aus – und trotzdem reicht es nicht für alle. Weil es falsch verteilt ist!
Armut bedeutet mehr als einen Mangel an Geld!
Armut macht krank!
Armut macht einsam!
Armut macht ohnmächtig!
Armut nimmt die Zukunft!
Armut wird vererbt!
Armut ist Manges an Chancen!

Und die Armut wächst – die Kluft geht immer weiter auseinander.
Aber warum wird diese Kluft akzeptiert: Michaela Moser versuchte mit eiem Witz aus England die Situation zu verdeutlichen:
Ein Angestellter, der sich zum Mittelstand zählt, ein Investmentbanker und eine Mindestsicherungsbezieherin sitzen am Tisch mit einem Teller mit 10 Keksen: Der Investmentbanker nimmt sich selbstverständlich 9 Keks und sagt zum Mittelständler: Pass auf, sie nimmt dir dein Keks weg!
Mehr zum Referat hier zum downloaden.

 

Nach der soeben erschienen Oxfam-Studie besitzen die acht reichsten Männer der Welt so viel Vermögen wie die ärmste Hälfte der Weltbevölkerung, das sind 3,6 Milliarden Menschen. Das Thema Verteilungsgerechtigkeit ist auch das Thema der heurigen Gebietsgespräche der Katholischen ArbeitnehmerInnen-Bewegung (KAB).

Am Donnerstag, 2. Februar (19 Uhr), referiert Dr. Michaela Moser von der Armutskonferenz im Amstettner Hotel Restaurant Gürtler zum Thema: „Es reicht! (nicht?) für uns Alle!“ Wie steht es um die gerechte Verteilung von Einkommen und Vermögen in Österreich? Was hat Armut mit Arbeit zu tun? Kann man mit Arbeit in Österreich reich werden?
 
Laut Armutskonferenz sind 5,2 Prozent der Österreicher, das sind 431.000 Menschen, arm. Sie verdienen so wenig, dass sie sich wesentliche Güter des täglichen Lebens nicht leisten können.

Foto: Sepp Riegler, KAB-Vorsitzender der Diözese St. Pölten, und KAB-Referentin Margarete Bliem.

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