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Arbeit

 

Der 8. Dezember, das Hochfest Maria Empfängnis, ist schon lange für viele kein Feiertag mehr. Tausende Menschen im Handel müssen arbeiten, um den Ansturm in den Geschäften bewältigen zu können. Viele andere nutzen den freien Tag zum ausgedehnten Weihnachtsshopping. Die ersehnte Ruhe und Besinnung im Advent wird von lauter Musik und grellen Lichtern verdrängt.

Es ist paradox, viele Menschen jammern über die hektische, laute Vorweihnachtszeit, andererseits verzichten viele auf einen Feiertag. Die ursprüngliche Idee, des Ruhetages in der hektischen Adventzeit, wird durch wirtschaftliche Interessen mehr und mehr verdrängt.

Die Katholische Jugend, die Katholische ArbeitnehmerInnen Bewegung, die Betriebsseelsorge und das SchülerInnenzentrum H2 machen daher am Tag vor dem Feiertag, dem 7. Dezember, mit einer Kartenverteilaktion in der      St. Pöltner Innenstadt darauf aufmerksam, das der Feiertag besser genutzt werden kann als mit Einkaufen und Arbeiten.
Auch in einigen Einkaufzentren und vielen Pfarren wird mit Plakaten und Aktionskarten für den KAUF NIX TAG hingewiesen.

Denn Menschsein ist mehr als Kaufkraft. Und auch nicht am 24. Dezember!
Link zur Homepage der Katholischen Jugend.

 

Protestaktion für eine "Mindestsicherung, die zum Leben reicht" mit Vertretung der Kath. ArbeitnehmerInnen Bewegung

Das NÖ Armutsnetzwerk und die Katholischen Aktion der Diözese St. Pölten fordern bei einer Protestkundgebung in St. Pölten heute ein Umdenken der verantwortlichen Landespolitiker/innen: „Eine Mindestsicherung, die zum Leben reicht schafft gesellschaftlichen Mehrwert für alle!“
 
Anlässlich des Jahrestages der Landtagssitzung, am 17.11.2016 in der die Verschärfungen des NÖ Mindestsicherungsgesetzes beschlossen wurden, machen die Katholische Aktion der Diözese St. Pölten und das NÖ Armutsnetzwerk mit einer Protestkundgebung darauf aufmerksam, dass von einem guten sozialen Netz alle profitieren, die im November letzten Jahres im NÖ Landtag beschlossenen Verschärfungen jedoch vielen Menschen in Niederösterreich Perspektiven nehmen: "Ich habe hier mein Zuhause, ich möchte nicht wieder weg, aber ich weiß nicht mehr wie ich meine Miete und mein Essen bezahlen soll, seit die BMS light (572 Euro) eingeführt wurde“ so eine betroffene alleinstehende Frau. Seit der im November 2016 beschlossene Deckelung der Mindestsicherung sowie den Mindeststandard Integration wissen Betroffene in NÖ oft nicht mehr, wie sie ihr Leben bestreiten sollen. Über ein Drittel der Menschen, die von der Bedarfsorientierten Mindestsicherung leben seien Kinder, in St. Pölten seien es sogar 4 von 10 Bezieher/innen.

 

Guter Gott, Du hast uns die Erde anvertraut,
damit wir sie hüten und bebauen -
wie einen fruchtbringenden Garten.
 
Wir sollen in Barmherzigkeit und Wohlwollen
miteinander leben, geschwisterlich und solidarisch,
vor allem mit den Armen und Schwachen.
 
Vielen Menschen fehlt das Nötigste zu Leben, zu viele
müssen unter unwürdigen Bedingungen arbeiten.
 
Hilf uns, die Ursachen zu erkennen, lass uns Ideen
finden für konkrete Verbesserungen.
 
Gib unseren Herzen Mitgefühl
und unseren Händen Kraft
wenn wir für menschenwürdige Arbeit kämpfen
 
Amen

 

„Jeder Mensch hat das Recht auf ein gutes Leben, aber nicht auf ein noch luxuriöseres, wenn es noch so viele Arme gibt“, sagte der bekannte Amstettner Arbeiterpriester und „Rote Kaplan“ Franz Sieder bei der Sommerakademie der Katholischen Arbeitnehmer/innen-Bewegung (KAB) in Gaming. Die dreitägige Tagung (Montag-Mittwoch) vernetzte Gewerkschafter und kirchliche Arbeitnehmer aus Wien, Burgenland und Niederösterreich und thematisierte heuer besonders folgende Fragen: Vermögenssteuern, Industrie 4.0 und ihre Auswirkungen auf die Arbeitswelt sowie den Klimawandel und wie sich dadurch die Jobs entwickeln.
 
Die KAB- und Gewerkschafts-Vertreter/innen kritisierten insbesondere die niedrigen Vermögenssteuern. Hier sei Österreich mit 0,55 Prozent zum BIP das Schlusslicht in der Europäischen Union, so Referent Gerald Fröhlich von der Arbeiterkammer. Er sehe die Gefahr, dass die europäischen Länder die Körperschaftssteuern kürzen und dadurch auch die Sozialleistungen. 1 Prozent der Bevölkerung würde 37 Prozent des Vermögens besitzen, die unteren 50 Prozent dagegen nur 2,2 Prozent. Die KAB und Gewerkschaften waren sich einig, dass diese Schieflage viel stärker in die öffentliche Diskussion müsse. Diese Umverteilung müsse über Vermögenssteuern geschehen, als weiterer Schritt müsste es auch zu einer gerechteren Wohlstandsverteilung zwischen armen und reichen Staaten kommen. Die ungleiche Verteilung des Vermögens sei viel stärker in der Öffentlichkeit zu thematisieren: medial, bei den Stammtischen oder bei Hausbesuchen, waren sich die Gewerkschafts- und KAB-Vertreter/innen einig.

 

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Diskussion anlässlich des "Tages der Arbeitslosen" in Amstetten

Anlässlich des „Tages der Arbeit“ gab es in Amstetten ein hochkarätiges Podiumsgespräch zwischen Wirtschafts-, Politik-, Caritas- und Kirchenvertretern sowie Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen zum Thema „Gute Arbeit für alle“. Dabei wurden auch Geschichten aus der Praxis beeinträchtigter Menschen erzählt.
 
Josef Riegler, Diözesanvorsitzender der Katholischen Arbeitnehmer/innen-Bewegung (KAB), fordert Sensibilisierung für das Thema und allgemein „gute Arbeit für alle“. In diesem Sinne solle sich die Gesellschaft ändern. Wie es in der Arbeitswelt weitergehe, sei schwierig vorherzusehen. Wirtschaft solle menschengerechter werden, wir könnten uns als reiche Gesellschaft leisten, Menschen mit Behinderung entsprechende Arbeit zu geben. Für Gott seien Menschen mit Behinderung keine Menschen zweiter Klasse, alle hätten aus kirchlicher Sicht die gleiche Würde. Der Wert des Menschen liege nicht in seiner Leistung, sondern schlicht in seinem Sein, bzw. in der Fähigkeit zu lieben. Dies brächte auch Papst Franziskus stark zum Ausdruck.

 

Ein europaweit einzigartiges Beschäftigungsprojekt wurde jetzt von der Betriebsseelsorge Oberes Waldviertel in Kooperation mit dem Arbeitsmarktservice (AMS) gestartet. Der Leiter der Betriebsseelsorge und Papst Leo-Preisträger Karl Immervoll erklärt: „Wir haben in unserer Region viele Arbeitslose und Langzeitarbeitslose. Wir wollen ihnen helfen, dass sie aus ihrer Berufung einen Beruf machen. Ganz ohne Druck.“

 Dieses von der Betriebsseelsorge initiierte Projekt bietet einen völlig neuen Ansatz und schaut auf gesellschaftliche Notwendigkeiten. Die Dauer ist auf 18 Monate angelegt, in der so manche neue Arbeitsplätze und Projekte entstehen können. Der Ansatz lautet: Welche Talente hat man und was will man damit machen?

40 Personen nehmen am Projekt teil: Analphabeten und Akademiker, Frauen und Männer, Personen aus dem Jahrgang 1954 bis 1993. In den 18 Monaten bekommen die Teilnehmer/innen ein Grundeinkommen sowie Wertschätzung und arbeiten je nach ihren Fähigkeiten und Begabungen. Einige wollen sich im Asylbereich engagieren, andere führen soziale Tätigkeiten aus, manche wollen im Obstanbau tätig sein oder gründen einen kleinen Verkaufsladen. Die Betriebsseelsorge hat bereits Erfahrungen mit dem sinnvollen Einsatz von Menschen puncto Arbeit, jetzt wird es eben auf 18 Monate ausgedehnt.

 

Im Kettelerhaus der KAB in Köln trafen sich vom 28. bis 30. März die verantwortlichen Frauen des Frauennetzwerkes der deutschsprachigen Katholischen Arbeitnehmer-Bewegungen, das in diesem Jahr sein 25jähriges Bestehen feiert, um die neunte  europäische Sommerakademie vorzubereiten.

Die Frauen des deutschsprachigen Frauennetzwerkes der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegungen in Köln.
 

Bei der Diözesankonferenz in Gars wurde die Leitung der Katholischen Arbeitnehmer/innen-Bewegung (KAB) in ihrer Funktion für die kommenden vier Jahre wiedergewählt. Damit sind Josef Riegler als Diözesanvorsitzender sowie Ulrike Immervoll und Christine Weninger als Vorsitzende-Stellvertreterinnen bestätigt.  

Sie werden von den hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Gabriele Fahrafellner, Margarete Bliem und Erwin Burghofer unterstützt. Neu in das Team kooptiert wurde Christian Haslauer aus Amstetten. Als geistlicher Assistent wurde Pater Franz Kniewasser SDB von Bischof Klaus Küng bestellt. 

In einem umfassenden Rückblick legte die Diözesanleitung ihre Aktivitäten und Aktionen in den vier vergangenen Jahren dar, weiters wurden noch offen gebliebene Vorhaben zur Sprache gebracht. Dies betrifft das Anliegen gerechter Verteilung von Einkommen und Vermögen ebenso wie Aktionen zum Tag der Arbeitslosen, das Engagement für Flüchtlinge und den freien Sonntag bis hin zu Studientagen und Ferienangeboten. Bei all diesen Aktionen, so die alte und neue Leitung, sei das zentrale Anliegen: "Der Mensch steht im Mittelpunkt". Dies werde auch für die kommenden vier Jahre die grundlegende und zentrale Richtschnur bleiben. Erster Gratulant war Armin Haiderer, Präsident der Katholischen Aktion der Diözese St. Pölten, der die Arbeit der KAB würdigte.

alte und neue KAB-Leitung
 

Der Referent Dr. Ronald Tremmel von der AK Leoben erklärte den 21 Frauen aus vier Diözesen (NÖ, OÖ, Stmk, Ktn.) anhand seiner Unterlagen die aktuelle Situation der Frauenpensionen in Österreich.

Für die Teilnehmerinnen war das Antrittsalter sehr interessant. Ab dem Geburtsdatum 2.12.1963 steigt das Antrittsalter alle 6 Monate um ein halbes Jahr. Jene Frauen, die bis zum 2.6. 1968 geboren sind, gehen dann im Jahr 2033 mit 65 Jahren in Pension.

Außerdem war die Erkenntnis, dass bei Zeiten der Kindererziehung, bis zum vollendeten 4. Lebensjahr des Kindes max. 60 Monate, also 5 Jahre angerechnet werden, egal wie viele Kinder man bekommen hat.
Dr. Tremmel erklärte uns auch den Unterschied zwischen Beitrags- und Ersatzmonaten, sowie die Kriterien einer Berufsunfähigkeitspension (BUP) und der Invalidenpension (IP).  Alterspension, Korridorpension, Altersteilzeitmodelle und das damit verbundene Gehalt wurden genau erklärt.

 

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