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Sommerakademie Gaming

Sozialakademie Kirche und Gewerkschaft
von 25. bis 27. August 2014 in Gaming

44 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Katholischen ArbeitnehmerInnenbewegung (KAB), Betriebsseelsorge und Gewerkschaft waren bei der diesjährigen Sommerakademie. Bei dieser dreitägigen Tagung geht es immer um Fragen und Probleme, die sowohl für die Kirche als auch für Arbeitswelt von großer Bedeutung sind.

Der Amstettner Betriebsseelsorger Franz Sieder hielt ein Referat zum Thema „Theologie der Arbeit“. Er sagte, dass es bei der Theologie der Arbeit um mehr geht als bei der Katholischen Soziallehre: “Bei der Theologie der Arbeit geht es vor allem darum, was Gott selbst zur Arbeit, Arbeitsbedingungen, Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit sagt.“

Der Präsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes Erich Foglar referierte zum sehr aktuellen Thema der Lohngerechtigkeit. Er hat die Ungerechtigkeit dargelegt, dass durch eine zu hohe Lohnsteuer die Arbeiterinnen und Arbeiter stillschweigend verarmen und an Kaufkraft verlieren.

Univ.-Prof. Dr. Erhard Glötzl, der Wirtschaftswissenschafter und Mathematiker zugleich ist, legte dar, dass die Billionen von Staatsschulden in den verschiedensten Ländern in ganz gleicher Höhe zu 100 Prozent als Guthaben bei den Reichen und Superreichen unserer Welt geparkt sind. Eine Vermögenssteuer als Umverteilung von Reich zu Arm wäre daher eine christliche Forderung und daher auch ein Gebot der Stunde. Er sagte auch, dass er Papst Franziskus bewundert, der die Ungerechtigkeiten unseres neoliberalen Wirtschaftssystems durchschaut hat und zur Umkehr aufruft.

Auch der niederösterreichische Präsident der Arbeiterkammer Markus Wieser hat der Veranstaltung einen Besuch abgestattet. Sein großes Anliegen ist, dass auch ältere Menschen noch am Arbeitsplatz unterkommen und dass die Lehrlingsausbildung und die gewerblichen Berufe wieder mehr Wertschätzung in der Gesellschaft bekommen.

Zur Sommerakademie gehört immer auch der Besuch eines Betriebes. Diesmal haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den größten Betrieb des Mostviertels, die Firma Umdasch in Amstetten besucht.

Am letzten Tag sprach die Bundesfrauenvorsitzende und Stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft PRO-GE Renate Anderl zum Thema „Arbeitsleid und Arbeitsfreude“. Nur wenige Menschen gehen mit Freude in die Arbeit. Viele werden durch den immer stärker werdenden Arbeitsdruck auch krank. Für die Menschen, die Fließband- und Akkordarbeit machen müssen, kann die Arbeit nur ein Mittel zum Geldverdienen sein. Sie sollte aber mehr sein. Sowohl die Kirche als auch die Gewerkschaft setzen sich für menschenwürdige Arbeitsbedingungen ein.