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Wie fair sind die Arbeitsbedingungen?

„Faire Arbeitsbedingungen – bei uns und weltweit“ war der Titel des Studientages des Forum Kirche und Arbeitswelt am 12. April im Bildungshaus St. Hippolyt. Neben KAB, KAJ, Betriebsseelsorge und Caritas zeigten sich noch viele weitere VeranstalterInnen wie die Katholische Frauenbewegung, Welthaus, Kath. Jugend, Bildungshaus St. Hippolyt, Südwind, Kath. Bildungswerk und die Kath. Aktion dafür verantwortlich.


Über 70 Teilnehmer und Teilnehmerinnen waren am Thema fairer Arbeitsbedingungen interessiert. .Nach einem „Biofairen-Frühstück“ folgten Impulsreferate, die die gegenwärtige (Arbeits-)Situationen von unzähligen Menschen beschrieben.

Rosen mit Dornen – Handys aus blutigen Händen
Mag. Elke Schaupp von Fairtrade Österreich gab einen Einblick in die Welt der (fairen) Rosen und unter welchen Arbeitsbedingungen Rosen, die bei uns verkauft werden, in Südamerika und Afrika produziert werden.
Mag. Michaela Königshofer von „Clean Clothes Kampagne“ sprach über die menschenunwürdige Textilproduktion in Asien und verwies darauf, dass nach dem Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch im April dieses Jahres noch immer keine Entschädigungen an die Betroffenen gezahlt wurden.
Mag. Andrea Ben Lassoued, Projektleiterin von „clean it“ erklärte die umweltschädigende Herstellung von Computern und Handys und wo die einzelnen Bestandteile, etwa Coltan, herkommen.
Dass die Arbeitssituation von unzähligen ErntehelferInnen - nur wenige hundert Kilometer von uns entfernt - genauso furchtbar ist, zeigten Bertold Dallos vom ÖGB Burgendland und Sonja Melo, Journalistin aus Tirol, in erschreckenden Beispielen auf.

„Die Stimme nutzen die wir haben!“
In der folgenden Podiumsdiskussion wurden die Fragen gestellt, warum die Situation so sei und ob dies so bleiben müsse. Es gebe wenige Gewinner und viele Verlierer – vor allem die Arbeiterinnen und Arbeiter selbst.
Am Nachmittag stand dann die Auseinandersetzung mit Alternativen im Mittelpunkt der Tagung. Dabei wurden verschiedene Initiativen, die einen Ausweg aus den geschilderten Situationen aufzeigen, im Rahmen eines „Marktes der Möglichkeiten“ vorgestellt. Etwa die Greisslerei 2.0, Weltladen, Gemeinwohlökonomie, Clean Clothes Kampagne, Fairtrade, Gut Ding, SoCom, Foodcoops, Tauschkreise, Allianz für den freien Sonntag, ...
Je intensiver das Thema bearbeitet wurde, desto mehr trat in den Vordergrund, dass alle etwas tun könnten, um die Arbeitssituation weltweit und bei uns zu verbessern. „Wir müssen auf drei Ebenen ansetzen, um etwas zu verändern: Politik, Handel, Information!“ erklärte die Referentin Elke Schaupp. Es ist wichtig, die Stimme zu erheben gegen Not und Ungerechtigkeit, Gewerkschaften zu bilden, solidarisch zu sein - mit ungarischen ErntehelferInnen genauso wie mit indischen NäherInnen - denn auf Dauer sind wir alle VerliererInnen des aktuellen Wirtschaftssystems.
Ein liturgischer Impuls bildete den Abschluss dieses aufrüttelnden, spannenden und zum Handeln anregenden Studientages.

Carina Hammerl
Referentin der Kath. ArbeiterInnen Jugend