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13. Regionalkongress in Bratislava

KA-Präsident Wien Walter Rijs, KABÖ-Vorsitzender Philipp Kuhlmann und die KAB-Sekretärin Barbara Holzer

Am 10.10. fand der 13. Kongress der katholischen ArbeitnehmerInnnen Bewegung Mitteleuropas statt. Bereits in der Predigt in der Messe zu Beginn der Tagung wurde auf die Bedeutung des Gemeinwohls hingewiesen.
Motto des Treffens von 35 Menschen aus Tschechien, der Slowakei und Österreich war "Christsein in der Arbeitswelt – Arbeit neu denken und gestalten"

Ing. Alojz Marek ging auf das Thema der Kontinuität im Leben ein. In einem Modell, das einem Schaltplan ähnlich ist, sieht er zwei Perioden von Geburt, Ausbildung und dem Übergang zur Reife, Leben in Gesamtheit, Unterscheidung und Intuition. Während die erste Etappe Identität stiftet und der Mensch Empfänger ist und auch weitergeben kann, ist die zweite Etappe im Leben vom Inhalt geprägt- Der Übergang ist manchmal schmerzhaft. Er spricht bildlich von der Schaffung eines Gefäßes im ersten Abschnitt und der Befüllung im zweiten. Das Gefäß ohne Inhalt ist sinnlos.
Die Definition des Zeitpunkts des Übergangsalters ist schwierig aber der Übergang ist nötig. Erwartungen, Überlastung und Erfolgsstreben können dabei hinderlich sein. Fehler führen zur Demut und fördern das Verständnis anderer, so Marek.

Mag.a Gabriele Kienesberger ging in Ihren Ausführungen auf die beiden großen Schreiben von Papst Franziskus ("Evengelii gaudium" und "Laudato si") ein und hob die Bedeutung für alle Menschen hervor: "Umwelt hat keine religiöse Grenze." Das Gemeinwohl ist Meßlatte für jedes Handeln, für UnternehmerInnen und ArbeitnehmerInnen gleichermaßen. Teilnahme und Teilhabe aller sind anzustreben und zu ermöglichen (zB durch gute Bildung und Zeitwohlstand). Der arbeitsfreie Sonntag und ein Grundeinkommen sind Bausteine dabei.
Die Forderung von Papst Franziskus, unseren Lebensstil mit Beschleunigung und Konsumismus als wesentliche Fehlentwicklungen zu überdenken, wurde mit vielen Zitaten belegt. Die klare Kritik des Papstes an einem falsch verstandenen Freiheitsbegriff, der auf Kosten anderer geht, wurde auch an Hand des arbeitsfreien Sonntags und der "Allianz für den arbeitsfreien Sonntag" ganz konkret beleuchtet. Zeitwohlstand (nach Prof. Hartmut Rosa ein Zustand, in dem die verfügbare Zeit die Zeit für das Notwendige übersteigt und Muse ermöglicht) darf keine Frage des materiellen Wohlstands sein. In durchschnittlichen Haushalten gibt es heute 10.000 Objekte (früher nur 400) und die sollen auch noch Zeit sparen helfen. Die Beschleunigung des Lebens durch Mobiltelefon und erhöhte Reisegeschwindigkeiten blenden den erhöhten Ressourcenverbrauch aus. Hier ermahnt uns Papst Franziskus. Zeit ist nicht vermehrbar. Die Diskussion über den arbeitsfreien Sonntag fiel in einem Land, in dem im Handel Sonntags geöffnet ist, entsprechend kontrovers aus und nahm viel Raum in Anspruch. Interesse bestand auch an der Situation der fliehenden Menschen, die nach Östereich kommen. Teilweise gingen die Meinungen deutlich auseinander.

Länderberichte aus der Slowakei, Tschechien und Österreich und die Verabschiedung einer Resolution bildeten den Abschluss der Tagung.

Philipp Kuhlmann, KABÖ-Vorsitzender