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Betriebsseelsorger fordern von Politik Gleichstellung von Menschen mit Behinderung ein

Betriebsseelsorger Karl Immervoll mit der Combo Pertholz.

„Noch immer arbeiten Menschen mit Handicaps in den Tagesstätten und Behindertenwerkstätten ohne jegliche persönliche sozialrechtliche Absicherung bzw. ohne Anspruch auf den Erwerb einer Eigenpension“, kritisieren der Waldviertler Betriebsseelsorger und „Papst-Leo-Preisträger“ Karl Immervoll sowie seine „Initiativgruppe zu Gleichberechtigung und Inklusion“ scharf.
 
Seit Jahren versucht die Betriebsseelsorge in Kooperation mit anderen Sozialeinrichtungen eine Gleichstellung zu bewirken. Immervoll nennt ein Beispiel: „Eine junge Frau, die von einer bescheidenen Waisenrente lebt, bekommt für ihre Arbeit in der Tagesstätte 70 Euro im Monat, bezahlt aber an die Behörde  100 Euro Selbstbehalt.“ Weiters sagt Immervoll: „Menschen mit Behinderung haben keinen Anspruch auf eine eigene Sozialversicherung. Dieser Missstand widerspricht der UN-Behindertenkonvention, die von Österreich unterschrieben wurde, und auch der Katholischen Soziallehre. Diese sagt: Einkommen steht dem Menschen nicht aufgrund von Leistung, sondern aufgrund des Menschseins zu!“

Trotz vielmaliger Interventionen bei Landesräten, Sozialministern und anderen Spitzenpolitikern habe sich bisher nichts geändert. Der Betriebsseelorger weiter: „Dabei steht es sogar im Regierungsübereinkommen der Bundesregierung und sollte schon 2015 erledigt sein.“ Man könne daher nicht verstehen, dass sich in dieser Angelegenheit seit Jahren nicht der geringste Fortschritt zu verzeichnen sei. Auch mehrmalige Rügen der UN und anderer Organisationen hätten die österreichische Gesetzgebung unbeeindruckt gelassen. „Wir können vor allem das Argument nicht akzeptieren, dass zwar alle Verantwortlichen guten Willens seien, aber wegen der Aufgabenteilung Bund – Länder leider nichts machen könnten“, so Immervoll. Im Herbst habe man innerhalb weniger Wochen 1500 Unterschriften für diese Anliegen gesammelt und Politikern übergeben.

Die „Initiativgruppe zu Gleichberechtigung und Inklusion“ hat auch die Präsidentschaftskandidaten und die Behindertensprecher/innen der Parteien kontaktiert. Diese fordert man auf, einen gemeinsamen Initiativantrag zur Erfüllung der UN-Behindertenrechtskonvention einzubringen.Von allen Seiten komme Zustimmung, „aber jetzt muss sich tatsächlich etwas tun bei der Gleichstellung von Menschen mit Behinderung“.