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„Tag der Arbeitslosen“ – Arbeitslosigkeit kann jede/n treffen

Rund um den 30.04. wurde auf das Thema Arbeitslosigkeit von Menschen mit Einschränkungen/ Behinderungen aufmerksam gemacht. Die Berufliche Integration der Caritas St. Pölten, die Kath. ArbeitnehmerInnen Bewegung und andere PartnerInnen setzten in der St. Pöltner Fußgängerzone dazu eine Aktion.

„Fast jeder kennt Menschen, die ohne Arbeit sind oder war selbst von Arbeitslosigkeit betroffen", betont Rudolf Dörr-Kaltenberger, Leiter von Jobcoaching und der Arbeitsassistenz für Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung. „Der hohe Stellenwert der Arbeit in unserer Gesellschaft hat für Menschen, die arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht sind, enorme Auswirkungen. Es bedeutet neben einem reduzierten Einkommen einen geringeren Selbstwert und die Folgen können Depressionen, soziale Ausgrenzung und Überschuldung sein. Das Risiko, von Arbeitslosigkeit betroffen zu sein, ist für Menschen mit Behinderungen ungleich höher. Einsparungen in der aktiven Arbeitsmarktpolitik verschärfen diese prekäre Situation“.

Forderung der KAB nach 30h/Woche Normalarbeitszeit bei vollem Lohn- und Personalausgleich - ein Gebot der Stunde!

(aus Laudato si, Papst Franziskus): 128. Seit unserer Erschaffung sind wir zur Arbeit berufen. Man darf nicht danach trachten, dass der technologische Fortschritt immer mehr die menschliche Arbeit verdrängt, womit die Menschheit sich selbst schädigen würde. Die Arbeit ist eine Notwendigkeit, sie ist Teil des Sinn des Lebens auf dieser Erde, Weg der Reifung, der menschlichen Entwickung und der persönlichen Verwirklichung.

Arbeitszeitverkürzung und Arbeitsumverteilung sind wichtige Bausteine für den Erhalt und die Verbesserung der Gesundheit von Beschäftigten, denn lange Arbeitszeiten machen krank. Deshalb muss die Einführung der 30-Stunden-Woche mit vollem Personalausgleich verbunden werden, damit es nicht zu einer weiteren Verdichtung der Arbeit kommt und Belastungen durch die Arbeit vermieden werden.
Ein wirksames Mittel um Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung abzubauen, ist die Schaffung von „guter Arbeit“ in nachhaltigen Wirtschaftssektoren. Wir brauchen eine Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik, die in personennahe Dienstleistungen investiert und den Ausbau von öffentlicher Beschäftigung insbesondere in den Bereichen Bildung, Erziehung, Gesundheit- und Altenpflege und den ökologischen Umbau fördert.

Deshalb fordert die KAB Österreich eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn- und Personalausgleich:
- weil sich Arbeitnehmer/innen eine umfassende Arbeitszeitverkürzung angesichts des enormen Produktivitätszuwachses in den letzten Jahrzehnten (von 1994 bis 2012: +23,9%) bei gleichzeitig stagnierender Reallohnentwicklung (Bruttoreallöhne wuchsen zwischen 1994 und 2012 um 5 %, die Nettoreallöhne fielen sogar um 0,5 %) schon erarbeitet haben (Quelle: AK OÖ),
- weil nur mit kürzeren täglichen Arbeitszeiten die traditionelle Rollenverteilung zwischen Frauen und Männern und damit die ungerechte Aufteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit aufgebrochen werden kann,
- weil lange Arbeitszeiten krank machen,
- weil damit Arbeitsplätze geschaffen werden.
- Der arbeitsfreie Sonntag ist auch künftig Grundprinzip der Arbeitszeitgestaltung.
Ausnahmen von der Sonntags- und Feiertagsruhe bedürfen einer ausdrücklichen, evaluierbaren Regelung der KollektivvertragspartnerInnen.