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Wer redet hier von Gerechtigkeit?!

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Diözese St. Pölten, die im Bereich Kirche und Arbeitswelt tätig sind, können und wollen nicht schweigen zur aktuellen Situation im Bereich der Arbeitsmarktpolitik.

In der öffentlichen Debatte werden im Augenblick Begriffe geschönt und gedreht. Wir hören vom Arbeitslosengeld Neu - gemeint ist damit die Streichung der Notstandshilfe. Die Politik redet von Gerechtigkeit, wenn es um die Anliegen der „Fleißigen und Tüchtigen“ geht, aber es passiert eine Umverteilung von unten nach oben. Die Aktion 20.000 wurde zu Jahresbeginn abgesetzt, nun werden die Einsparungen bei den Beschäftigungsprojekten publik. Einige von ihnen müssen überhaupt zusperren. Betroffen sind Menschen die Monat für Monat darum kämpfen über die Runden zu kommen, die hoffen, dass kein Gerät kaputt geht, nichts Außergewöhnliches passiert. Es sind Frauen und Männer mit Würde, Menschen mit einmaligen Fähigkeiten, die sie auch gerne einsetzen würden. Aber sie werden von dieser Wirtschaft nicht gebraucht. In Diskussionen wird dann immer wieder behauptet, dass ihnen der Bezug gekürzt und mehr Druck ausgeübt werden muss.

Während von den einen verlangt wird 12 Stunden am Tag zu arbeiten, bekommen immer mehr nur mehr einen Teilzeitjob. Viele Menschen haben Angst. Es ist die Angst nicht bestehen zu können, Angst auf der sozialen Leiter abzurutschen, Angst vor der Zukunft. Als Antwort braucht es Zeichen und Räume der Hoffnung Als Aktivistinnen und Aktivisten in der ArbeiterInnenseelsorge, fordern wir mit Blick auf das Evangelium Gerechtigkeit ein: Blinde sehen wieder und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote stehen auf und Armen wird die Frohe Botschaft verkündet. (Mt 11,5)

Wir können alle dazu beitragen
Wenn Menschen ohne Arbeit, ohne Aussicht sind, dann fühlen sie sich ausgeschlossen. Sie erleben eine Politik der Entsolidarisierung: Wir und die anderen! Damit werden die Schwächsten an den Rand gedrängt, sind draußen. Dem gilt es entschieden entgegenzutreten. Gerechtigkeit kann nur mit dem Blick auf die Benachteiligten unserer Gesellschaft entstehen und wenn unser Handeln auf ihre Bedürfnisse ausgerichtet ist. Dazu braucht es eine Politik der Solidarität, die sich in einem guten staatlichen Sozialsystem zeigt.
Oktober 2018