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Vorläufiges Aus für Katholische Sozialakademie Österreichs (KSÖ)

Mit großem Bedauern müssen wir den Beschluss der Bischofskonferenz (BiKo) zur Kenntnis nehmen, dass die KSÖ in seiner bisherigen Form nur mehr ein Jahr weiterbestehen soll. Als Begründung werden finanzielle Schwierigkeiten angegeben, der Zuschuss der Bischofskonferenz für die Lücke im Budget ist in den letzten Jahren gestiegen. Die Coronakrise habe die Situation nochmals verschärft.

Knapp vor der BiKo hat es noch viele Interventionen mit der dringenden Bitte bzw. Forderung an die Bischöfe gegeben, diesen Schritt nicht zu setzen. So haben wir auch an unseren Diözesanbischof ein entsprechendes mail gesandt. Über die Verdienste der KSÖ und die Bedeutung für die Kirche, die KAB und für die gesamte Katholische Aktion will ich hier nicht näher eingehen. Ich verweise diesbezüglich auf die Stellungnahmen der KABÖ und der KAÖ.

Im Beschluss wird auch von einer inhaltlichen und strukturelle Neuaufstellung gesprochen, also in einer Weiterführung mit der bisherigen Bezeichnung KSÖ. Die KABÖ und die KAB unserer Diözese wird darauf achten, dass die erfolgreiche Arbeit im Sinne der sozialen Botschaft des Evangeliums fortgesetzt werden und die KSÖ eine kritische und unbequeme Stimme in der Kirche und Gesellschaft bleiben kann. Damit würde sie dem Weg folgen, den auch Papst Franziskus vorgibt.
Gerade in den letzten Jahrzehnten hat sich gesellschafts- und sozialpolitisch viel zu Ungunsten der ärmeren Bevölkerungsschichten verschoben und auch die Umweltschädigung und die Erderwärmung haben in bedrohlichem Ausmaß zugenommen. Die Herausforderungen für unsere Gesellschaft zur Bewältigung dieser Probleme sind daher massiv und dazu braucht es auch in unserer Kirche eine entsprechende, laute Stimme. Sie soll Ungerechtigkeiten aufzeigen und Denkanstöße im Sinne der Katholischen Soziallehre und des Evangeliums erarbeiten. Dazu bedarf es dringend einer Einrichtung wie die KSÖ.

Josef Riegler, Diözesanvorsitzender der KAB St. Pölten

>> Link zur Stellungnahme der KABÖ (Anna Wall-Strasser) zum Aus für die bisherige KSÖ