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KAB St. Pölten mahnt NÖ Landesregierung: Schutz des Sonntags muss bei der Erstellung der Verordnung für die Öffnung am letzten Adventsonntag berücksichtigt werden.

Foto: pixabay

Bei allem Verständnis für die heimische Wirtschaft, die durch den Lockdown betroffen ist und bei allen Einschränkungen (nur vom Lockdown betroffene Sparten, ein zusätzlich arbeitsfreier Tag, doppelte Bezahlung, scheinbare Freiwilligkeit), die die Sozialpartner ausgehandelt haben, mahnt die KAB der Diözese St. Pölten, dass mit der einmaligen Öffnung am heurigen letzten Adventsonntag kein Dammbruch, wie beim 8.12 (Feiertag Maria Empfängnis) passieren darf.

Der Vorsitzende Franz Sedlmayer dazu: „Der heilige Sonntag darf dem quasi heiligen Vollzug des Kaufens und Verkaufens nicht geopfert werden. Für die Gesellschaft und den Einzelnen ist es wichtig, einen Tag in der Woche und vor allem in der stressigen Zeit des Advents zu haben, der für Familie, Partner, Kinder, Verwandte und Freunde da ist.“ 

Da ist es gut, dass in der NÖ Landesverfassung der Schutz des Sonntags fest verankert ist. Diesem Schutz soll die NÖ Landesregierung, allen voran Landeshauptfrau Mikl – Leitner auch Rechnung tragen, bei der Erstellung der dafür notwendigen Verordnung zur einmaligen Öffnung am 19.12, dem 4. Adventsonntag. 

Denn viele Handelsangestellte arbeiten sowieso von Montag früh bis Samstag abends. Man kann nicht die Ladenöffnungszeiten immer weiter ausweiten, aber die dafür notwendige staatliche Kinder und Schulbetreuung auf Montag bis Freitag begrenzen und sie am Samstag und Sonntag auf die ehrenamtlichen Tätigkeiten der Großeltern oder Verwandten beziehungsweise der eigenständigen Suche und Bezahlung von KinderbetreuerInnen abwälzen. Des weiteren ist in vielen ländlichen Gegenden ein Erreichen der Arbeitsstelle an Sonn und Feiertagen mit öffentlichen Verkehrsmitteln kaum möglich. 

Darüber kann die scheinbare Freiwilligkeit der Arbeit am Sonntag auch nicht hinwegtäuschen, denn der Druck liegt immer auf Seiten der ArbeiterInnen, die bald den Stempel des Unsolidarischen aufgedrückt bekommen, wenn sie mal am Sonntag die Arbeit ablehnen.

In der Hoffnung und im Vertrauen darauf, dass sich die NÖ Landesregierung von ihren christlichen Wurzeln und der sozialen Gesinnung bei der Erstellung der Verordnung leiten lassen

Franz Sedlmayer, 
Vorsitzender der KAB der Diözese St. Pölten