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Vom Wert des Menschen - Mostviertler Gespräche der KAB

Foto: Kirche bunt, W. Zarl / vorne: Barbara Prainsack, von links: Helmut Novak, Axel Isenbart, Christine Weninger, Christian Haslauer, Ulrich Schilling, Josef Riegler

Mit diesem Thema lud die Katholische ArbeitnehmerInnen Bewegung in Zusammenarbeit mit der AK-NÖ, des ÖGB-NÖ und dem Katholischen Bildungswerkes zu einem Vortrags- und Diskussionsabend nach Amstetten ein. Frau Univ. Profin. Drin. Barbara Prainsack schrieb unter diesem Titel ein lesenswertes Buch und beschäftigt sich darin mit der Frage: „Warum wir ein Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) brauchen“. Sie ist die Leiterin des Institutes für Poltikwissenschaft der Universität Wien und begehrte Interviewpartnerin zu diesem Thema in den Medien.

Einleitend spricht sie von mehreren Versuchsprojekten, die weltweit bereits durchgeführt wurden, eines davon vom Team um Karl Immervoll in Heidenreichstein. Die gemeinsamen Erkenntnisse sind daraus, dass sich die physische und psychische Gesundheit bei den TeilnehmerInnen nachweislich gebessert hat. Sie spricht daher auch von einem „Gesundheitsprojekt“. Es wird oft die Finanzierbarkeit angesprochen. Es gibt dafür verschiedene Modelle, eines davon wäre die Erhöhung der Konsumsteuern bei gleichzeitigem Wegfall aller Steuern und Abgaben auf Erwerbsarbeit. Dass sich das finanziell ausgeht, wurde in einer Studie der Kepler-Universität in Linz bereits untersucht. Je nach Szenario wäre ein zusätzlicher Finanzierungsbedarf von 28-53 Mrd. Euro in Österreich erforderlich. Die Aufbringung stellt aber volkswirtschaftlich kein Problem dar. Bedingungslos heißt: „Die Millionärin soll genauso das Grundeinkommen erhalten wie ein Mensch ohne Beschäftigung, muss aber eine wesentlich höhere Steuerleistung erbringen als bisher“, so Barbara Prainsack.

Das BGE ist als soziale Sockelleistung dienen und das hochkomplexe Umlagen- und Ausgleichssystem radikal vereinfachen. Spezielle Bedürfnisse, wie sie zum Beispiel Menschen mit Behinderung haben, müssten daher zusätzlich bedarfsorient abgegolten werden. Prainsack spricht auch von der „unsichtbaren Arbeit der Frauen“ und meint damit zB. die enorme Leistung für ihre Familien wie Kindererziehung und Pflege von Angehörigen, wofür sie keine finanzielle Abgeltung erhalten. Durch das Grundeinkommen würde sich daher die finanzielle Situation der Frauen wesentlich verbessern.

Der Wert des Menschen ergibt sich daraus, dass jeder Mensch vor Gott die gleiche Würde hat, unabhängig von Status und Einkommen - ein wesentliches Argument für das BGE. Abschließend noch ein Aussage von Frau Prainsack zum Nachdenken: „Es gibt ja bereits ein BGE. Milliardäre bekommen jährlich viele Millionen an Zusatzeinkommen aus Wertpapieren, ohne dafür eine Leistung zu erbringen!“  Dem kann man nur schwer widersprechen.

Nach dem Einführungsreferat gab es eine rege Publikumsbeteiligung durch Anfragen und Statements. Das Katholische Bildungswerk unterstütze die Veranstaltung durch die online-Übertragung mittels Zoom.  So konnten auch unsere Freundinnen und Freunde aus der KAB-Partnerdiözese Hildesheim und österreichweit der KABÖ an der Veranstaltung teilnehmen. Vieles wurde in diesem Artikel aus Platzgründen nicht erwähnt und kann im Buch: „Vom Wert des Menschen“, Barbara Prainsack, Brandstätter-Verlag, nachgelesen werden.

Josef Riegler